Chemnitzer Geschichtsverein e.V. 1990
 



Zum Tod von Wolfgang Bausch

Am 9. Dezember 2019 (wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag) verstarb unser Ehrenmitglied Bausch. Als Mitbegründer des neuen Chemnitzer Geschichtsvereins (1990) und Autor vieler historischer Beiträge zur Stadtgeschichte hat er sich einen beachteten und anerkannten Ruf als Historiker der Stadt erarbeitet. Seine gesellschaftlichen Aktivitäten äußerten sich in der Mitarbeit bei vielen Publikationen zur Stadtgeschichte und im Vortragswesen der unterschiedlichsten Vereine und Organisationen. Nachdem er seit 2015 im Altenpflegeheim des ASB "am Goetheplatz" seine letzte Wohnung hatte, beteiligte er sich sehr aktiv an den Recherchen zum Vorgänger des aktuellen Heimes: der "Zimmermannschen Naturheilanstalt". Unter seiner Konzeption ist eine umfangreiche Dokumentation des Objektes bis zur Gegenwart entstanden. Darüber hinaus hielt er für die Heimbewohner Vorträge zur Stadtgeschichte und verfasste für die monatlichen Heiminformationen interessante Beiträge.

Trotz schwerer gesundheitlicher Probleme war er bis zu seinem Ableben politisch und gesellschaftlich interessiert und engagiert. Unvergessen sind ebenfalls seine umfangreichen Recherchen zur Geschichte der Chemnitzer Luftfahrt, die in vielen Artikeln der Presse wiedergegeben wurden. Erst im Herbst übergab er dem Chemnitzer Geschichtsverein zwei Aufsätze zur Rolle Chemnitzer jüdischer Frontsoldaten während des Ersten Weltkrieges und zur Rolle eines Zwangsarbeitslagers an der Blankenauer Straße nach 1945.

Wir verlieren mit Wolfgang Bausch einen Kenner der Chemnitzer Stadtgeschichte und bedeutendes Vereinsmitglied. Er wird uns fehlen.

Jürgen Eichhorn


Zum Tod von Wolfgang Weidlich

Am 7. Juni diesen Jahres verstarb unser Ehrenmitglied Herr Wolfgang Weidlich.Sein Name ist mit unserem Verein fast seit dessen Neugründung verbunden, vor allem der nach ihm benannte Preis für Nachwuchshistoriker entfaltete große Außenwirkung.

Geboren wurde Wolfgang Weidlicham 22.Juli 1928 in Chemnitz, hier verbrachte er Kindheit und Jugend. Nach Kriegsende absolvierte er in Leipzig und Berlin eine Ausbildung zum Buchhändler, anschließend übernahm er 21jährig die Leitung einer Buchhandlung in der Stadt Frankenberg. 1951 verlegte er seinen Wohnsitz nach Frankfurt am Main.

Nach Arbeit im Buchhandel wagte er 1954 den Schritt in die Selbständigkeit, in dem er einen Verlag und Antiquariat aufbaute, dabei erhielt er tatkräftige Unterstützung von seiner Gattin Brigitte.

1989 führte ihn sein Weg zurück in die alte Heimat, aber nicht um nur zu schauen, sondern die gesellschaftlichen Veränderungen aktiv zu unterstützen. 1992 gründete er den Verein „Stadtbibliothek Chemnitz“. 1994 wurde er Mitglied im Chemnitzer Geschichtsverein.1995 stellte Herr Wolfgang Weidlich erstmals dem Geschichtsverein einen Geldbetrag für Arbeiten von Schülern und Studenten zur Geschichte von Chemnitz und Umgebung zur Verfügung. Somit war es möglich, Schüler und Studenten für die Erforschung der Chemnitzer Geschichte zu begeistern. Der mit seinem Namen verbundene Preis konnte von 1996 bis 2017 zehnmal vergeben werden.

Wir werden Herrn Wolfgang Weidlich in ehrendem Gedenken behalten. Sein langfristiges bürgerschaftliches Engagement ist auch für die Zukunft vorbildhaft.