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Rudolph Strauß (1904-1987) – Retter des Chemnitzer Stadtgedächtnisses

Andreas Hütter
15. August 2025

Während Chemnitz 2025 Kulturhauptstadt Europas ist, erinnert das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) auf seiner Webseite jeden Monat anhand von Artikeln der Sächsischen Biografie an bedeutende Töchter und Söhne der Stadt.

Im August lesen wir von Rudolph Strauß, dem langjährigen Archivar des Chemnitzer Stadtarchivs: In Niederwiesa bei Chemnitz geboren, war Strauß bis nach 1945 in Chemnitz als Hilfs- und Volksschullehrer tätig gewesen. Sein Interesse an der Geschichte sowie ein Gehörleiden bewegten ihn, sich zwei Jahre nach Kriegsende am Stadtarchiv Chemnitz zu bewerben, wo er in den folgenden fast 25 Jahren eine umfassende Tätigkeit entfalten sollte. Hierzu gehört nicht nur die Rettung und Übernahme von Archivalien in der schwierigen Nachkriegszeit, etwa des Vereins für Chemnitzer Geschichte, sondern auch die Einrichtung eines zentralen Bildarchivs für die Stadt Chemnitz 1950.

Insbesondere auf dem Gebiet der Stadt-, Heimat- und Regionalgeschichte konnte sich Strauß – und damit auch das Stadtarchiv – profilieren. Vor allem sei dabei auf die von ihm 1952 begründete Reihe „Beiträge zur Heimatgeschichte von Chemnitz“ (ab 1953 „Beiträge zur Heimatgeschichte von Karl-Marx-Stadt“) verwiesen, die damals für Stadtarchive in der DDR einmalig war und auch über die Grenzen der DDR auf großes Interesse stieß. Auf seine Anregung hin feierte die Stadt 1965 ihr 800-jähriges Jubiläum. Für seine Leistungen wurde Strauß 1970 die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig verliehen.

Mehr dazu unter: https://saebi.isgv.de/biografie/Rudolph_Strau%C3%9F_(1904-1987)